Austausch mit Shenzhen

Bericht

Gleich nach meiner Ankunft in Shenzhen machte sich die Familie meiner Austauschpartnerin Karolina mit mir auf den Weg zu einem Restaurant. Der Weg durch das ehemalige Fischerdorf führte vorbei an ausschließlich modernen und neu gebauten Hochhäusern.

Anschließend gingen wir über einen Marktplatz, wo man alles Mögliche kaufen konnte. Interessierte man sich für ein Objekt, setzte man sich einfach auf einen bereitstehenden Hocker und begann um einen guten Preis zu feilschen.

Karolina wohnte in einer erstaunlich geräumigen Wohnung in einer Hochhaussiedlung. In ihrem Zimmer stand ein ganzer Schrank voller Schulbücher!

Am nächsten Tag trafen wir uns mit unseren Freunden zum Tandem fahren. So fand ich heraus, dass in Shenzhen keiner Fahrrad fahren kann, da man sich in einer so einer Großstadt nur mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln fortbewegt. Abends brachte mir mein Gastvater bei, wie man auf traditionelle Weise Tee kocht. Das war eine erstaunlich lange Prozedur, doch der Tee, den wir aufbrühten, schmeckte wirklich gut.

Am Montagmorgen gingen Karolina und ich dann gemeinsam in die Schule. Die Shenzhen Foreign Language School ist ein riesiger Gebäudekomplex, der über 8000 Schüler beherbergt. In einer Klasse befinden sich um die 50 Schüler. Dadurch bedingt gibt es keine Diskussionen oder Unterrichtsbeiträge seitens der Schüler, sondern der Lehrer erklärt einfach den Stoff der Stunde.

Uns Deutschen fiel vor allem auf, dass das Unterrichtsniveau entgegen allgemeiner Vorstellungen niedriger ist als Zuhause in Deutschland und die chinesischen Schüler um einiges unaufmerksamer sind. Als wir unsere Austauschpartner darauf ansprachen, meinten sie, dass dies stimme und sie im Unterricht deshalb nicht aufpassten, weil sie am Nachmittag sowieso noch einmal selbstständig den Stoff wiederholen mussten. Allerdings sprach meine Partnerin ausgezeichnet Deutsch, sodass es zu keinen Verständnisproblemen kam.

Im Laufe der Woche haben wir noch viel erlebt und das Leben in China aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten können. Wir alle haben auf jeden Fall von dieser Reise profitiert und viele neue Eindrücke gewonnen.