Romfahrt 2014

Am Sonntagabend traf sich die mit 15 Schülern mit Abstand kleinste Studienfahrt im Nürnberger Hauptbahnhof und schickte sich an, nach der Fahrt nach Edinburgh als zweite Gruppe aufzubrechen. Mit dem ICE ging es erst nach München, wo wir nach einem längeren Aufenthalt in den Liegewagen nach Roma Termini umstiegen. Ganz schön eng, so ein Liegewagen! Die meisten konnten zum Glück ganz gut schlafen, aber trotzdem waren wir alle froh, als wir am nächsten Morgen dort mit einer Verspätung von circa zwei Stunden endlich ankamen. Zur Belohnung wurden wir nach dem zumindest in Deutschland verregneten Sonntag mit strahlendem Sonnenschein begrüßt.



Das Hotel Ferrarese, in dem wir für die nächsten vier Nächte logieren sollten, war nur einen kurzen Fußmarsch vom Bahnhof entfernt. Leider waren die Zimmer trotz unserer Verspätung noch nicht vorbereitet, sodass auf größere Erfrischungsmaßnahmen nach der anstrengenden Nacht im Zug vorerst verzichtet werden musste. Stattdessen besuchten wir die erste Kirche in der Nähe, die Santa Maria Maggiore, bei der es sich um die größte Marienkirche Roms handelt. Zunächst waren wir von der Größe und dem Prunk in dieser Kirche sehr beeindruckt, doch in den nächsten Tagen sollten wir erfahren, dass die ewige Stadt noch viel mehr zu bieten hat!

Nachdem die Vorräte im nahe gelegenen Supermarkt aufgefüllt und die Zimmer schließlich bezogen werden konnten, ging es weiter zu einer der markantesten Sehenswürdigkeiten Roms: dem Kolosseum. Dabei handelt es sich um das größte römische Amphitheater, in dem früher tausende Römer die spektakulären, aber auch enorm brutalen Gladiatorenkämpfe verfolgten. Weiter ging es an Konstantinsbogen und Circus Maximus vorbei zum Viertel Trastevere, wo wir abends erstmals in den Genuss italienischer Kochkunst kamen. Später erklommen wir noch einen Hügel, der uns erstmals einen atemberaubenden Blick auf Rom bei Nacht gewährte.

 

Den Dienstagvormittag verbrachten wir mit einer Führung durch das Forum Romanum, dem ältesten römischen Forum. In der Antike war es Mittelpunkt des politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und religiösen Lebens. Es liegt in einer Senke zwischen den drei Stadthügeln Kapitol, Palatin und Esquilin und war der Ort vieler öffentlicher Gebäude und Denkmäler, von denen heute nur noch Ruinen übrig sind: Bis ins 20. Jahrhundert hinein war es jedem erlaubt, von den alten Bauten ein paar Steine oder Marmorsäulen mitgehen zu lassen!

Nach dem Mittagessen am Campo de Fiori, wo jeden Vormittag ein großer Markt stattfindet, besuchten wir am Nachmittag das Kapitol und die Tiberinsel und warfen einen Blick auf das Marcellustheater. Seinen Abschluss fand der Tag schließlich um elf Uhr abends an der Piazza del Popolo, die gerade mit der nächtlichen Beleuchtung, durch die insbesondere der ägyptische Obelisk in der Mitte hervorgehoben wird, sehr schön anzusehen ist.


Am Mittwoch verließen wir Rom, um mit dem Zug nach Ostia Antica zu fahren. Dabei handelt es sich um die ursprüngliche Hafenstadt Roms nahe der Mündung des Tiber ins Mittelmeer: Dieser Standort eignete sich ideal, um Handel auf dem Seeweg zu betreiben und wurde deshalb im 7. Jahrhundert v. Chr. für diese erste römische Kolonie ausgewählt. Heute sind dort die Ruinen der Gebäude, Malereien und Mosaike besonders gut zu sehen, denn die über 2000 Jahre alte Stadt wurde nie „überbaut“.


Als besonders eindrucksvoll empfanden wir die Überreste einer alten römischen Therme, in der früher die wichtigsten Bürger und Beamte der Stadt ihr Bad nahmen. Das Wasser in den zahlreichen, mit Mosaiken ausgeschmückten Becken wurde früher auf bis zu 70°C erhitzt!
Nach dem freien Nachmittag, der meist zum Shoppen oder Essen gehen genutzt wurde, ließen wir schließlich den Abend auf der Piazza Navona ausklingen, die früher als Stadion für Wettkämpfe diente.

Am Donnerstag schließlich machten wir einen kurzen Ausflug ins Ausland: Auf dem Programm stand ein Besuch im Vatikanstaat, dem kleinsten Land weltweit, das mit 100% zugleich die höchste Rate an Katholiken aufweist. Das lästige Anstehen auf dem Petersplatz hat sich, nachdem wir wie am Flughafen durchleuchtet wurden, gelohnt: Der Petersdom, die größte Kirche überhaupt, hat alle Erwartungen hinsichtlich Reichtum und Prunk ellenlang übertroffen!
Die große Mehrheit entschloss sich außerdem, die gut 500 Stufen zur Kuppel zu bewältigen. Die Strapazen, die wir damit am bisher heißesten Tag auf uns nahmen, waren es sicherlich wert, denn wir wurden mit einer beeindruckenden Aussicht belohnt.

Danach ging es über die Lateranskirche weiter zur Via Appia und der Calixtus-Katakombe, in der die ersten Christen ihre Verstorbenen begruben. Sie dehnt sich unterhalb einer Fläche von rund 15 ha aus, reicht, verteilt auf vier Ebenen, bis zu 20 m tief in den Boden und weist eine unterirdische Ausdehnung von rund 20 Kilometern auf. Ein krasserer Kontrast zum Reichtum und Prunk des Petersdoms, der übrigens zu einem großen Teil aus dem Erlös von Ablassbriefen erbaut wurde, wäre kaum denkbar gewesen!


Am Freitag standen neben dem derzeit leider geschlossenen Trevibrunnen das Pantheon und die Piazza Venezia auf der Agenda. Nach einer ausgedehnten Mittagspause erfolgte dann die Rückfahrt mit dem Nachtzug, bevor wir erschöpft, aber zufrieden am Samstagmorgen am Nürnberger Hauptbahnhof eintrafen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Text: Kian Schmalenbach und Fabian Wolff (damals Q11)
Fotos: Yumi Shimamune (damals Q11)